Lifestyle

Vom Fädenzieher zum Designer

Vom runden Leder wechselte der unter anderem bei der Vienna und beim Wiener Sportclub engagierte Kicker Mario Seckel den Fokus auf kleinere Kugeln, respektive auf Perlen aus Edelmetallen und Edelsteinen. Die ihm gegebene Kreativität, die er lange als zentraler Mittelfeldspieler ausübte, verlagerte sich somit vom Rasen in seine Manufaktur, wo er einzigartige Armbänder fertigt, die Geschichten erzählen.

Nichts muss so sein, nur weil es immer so gewesen ist” – dieser Satz verrät schon sehr viel über Mario Seckel. Ob als Fußballer oder Designer, der Burgenländer hatte schon immer seinen eigenen Kopf und einen Hang zum Rebellentum, den er nun mithilfe seiner neuen Leidenschaft schmucken Asudruck verleiht. Seckel ist in der Ostregion Österreichs fußballerisch gesehen alles andere als ein Unbekannter. Die Liste seiner ehemaligen Vereine ist lang. So spielte der Burgenländer bei Matttersburg II, Ritzing, Würmla, Oberpullendorf, Parndorf, Horitschon, Schwechat, Sigleß, St. Margarethen, dem First Vienna FC, dem Wiener Sportclub, Leithaprodersdorf und kehrte schließlich dorthin zurück, wo alles begann: zu Heimatklub ASK Weppersdorf ins Burgenland. Während er in seiner Fußballerzeit, wie er selbst sagt, nicht immer zu den ehrgeizigsten Spielern zählte, hat der Schritt in die Selbstständigkeit einiges in seinem Leben verändert. Kreativität und Lifestyle blieben aber über all die Zeit wichtige Konstanten.

Schmuck ist Spiegel der welt“

Styling war und ist Seckel schon immer sehr wichtig, denn „so kann man seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringen.” Der Burgenländer schwimme dabei nicht mit der Masse mit, sondern habe seinen „eigenen, extravaganten Stil“. Neben lässigen Schuhen sind für ihn – wenig überraschend – natürlich seine Armbänder, die er immer trägt, sein absolutes Must-Have. Jedes Armband erzähle eine „eigene Geschichte, bestehend aus den Kapiteln der einzelnen Perlen“, so Seckel zu seinen Unikaten. In seiner Werkstatt verarbeitet er uralte Materialien wie Edelmetalle und Edelsteine per Hand zu künstlerisch gestalteten Armbändern im angesagten Wasted Look, die mit Massenfertigung nichts am Hut haben. „Besonders Edelmetalle erzählen nicht nur ihre Millionen Jahre währende Entstehungsgeschichte, sondern tragen in sich auch die verborgenen Geheimnisse oft vielfacher Vorbesitzer und sind ein Spiegel des Universums“, verleiht Seckel Einblick in die Motivation für die Wahl seiner Materialien. Jede Perle wird von Hand bearbeitet und gebohrt, deshalb sei kein Gestaltungswunsch unmöglich. Das Ergebnis soll laut dem kickenden Designer die „einzigartige Persönlichkeit des Trägers perfekt unterstreichen.“

Profi-Kicker mit Perlen

Auch namhafte Persönlichkeiten wie David Alaba, Marko Arnautovic und sogar ein Nicolas Anelka tragen seine Armbänder mittlerweile. Das freut Seckel zwar, aber „für mich ist nicht wichtig, ob meine Kunden bzw. die Träger meines Schmucks berühmt sind oder nicht. Für mich zählt jeder Mensch gleich viel und es macht mich glücklich, wenn ich jemandem mit meinem Schmuck Freude bereiten kann.“ Den Verdacht falscher Bescheidenheit will Seckel dabei nicht aufkommen lassen, denn „natürlich macht es mich stolz, wenn ich sehe, dass jemand wie Anelka bei einem Interview für das Champions League-Magazin meine Armbänder trägt.“ Die Anfragen für individuelle Armbänder bekommt er hauptsächlich auf Instagram, Facebook oder per Mail. „Da jedes Armband ein Unikat ist, ist ein Vorgespräch mit dem Kunden am wichtigsten, damit ich ein Gefühl dafür bekomme, welche Vorstellung er oder sie vom gewünschten Schmuckstück hat.“ Hinter jedem Armband steckt somit viel Zeit und Arbeit.

Mit Selbstständigkeit kam Ehrgeiz

Den Schritt in die Selbstständigkeit hat der Schmuckdesigner bis heute nicht bereut, im Gegenteil: „Die Arbeit erfüllt mich zu 100% – ich liebe meinen Job!” Im selben Atemzug verrät Seckel auch, dass er eine gewisse Wandlung hinter sich gebracht hätte. „Ich bin heute enorm ehrgeizig und zielstrebig – diese Charakterzüge finden sich nun auch im Sport wieder. Früher wäre mir im Traum nicht eingefallen um 5 Uhr aufzustehen, um Sport zu machen.“ Auf seine Fußballlaufbahn, die ihm auch Spiele gegen Valencia und PSG bereithielt, blickt er durchwegs positiv zurück. „Bei jedem Verein habe ich tolle Menschen kennengelernt, ich möchte die Zeit nicht missen.” Ein Highlight ragt aber für Seckel hervor: „Das Spiel gegen Paris Saint-Germain vor 14.000 Leuten war schon ein besonderes Erlebnis.” Eingebrannt hat sich dieser Tag auch aufgrund seiner Tochter, die bei einem Videointerview nach dem Spiel für Schmunzler sorgte. „Ich wurde gefragt, wie ich an das Dress von Maxwell gekommen bin und hab das „Gschichtl“ gedruckt, dass meine Tochter ein großer Fan sei. Sie hat mich dann eiskalt vor laufender Kamera auffliegen lassen.“ So war auch dieser Moment ein besonderes Unikat – wie Mario Seckels Armbänder.

MSD – Mario Seckel Design
www.marioseckel.at
facebook.com/marioseckeldesign
instagram.com/marioseckeldesign
msd@marioseckel.at