Vereinigung der Fußballer

Ein starkes Zeichen der Spieler

Am 21. März lud die VdF zu ihrer traditionellen Spielervertretersitzung ins Haus der Younion im 9. Wiener Gemeindebezirk. Auf der Tagesordnung standen wichtige Punkte, die den Beruf des Fußballers kurz-, aber auch mittel- und langfristig wesentlich beeinflussen werden.

HAUPTTHEMA LIGAREFORM

Im ersten Teil der Sitzung wurde hauptsächlich die bevorstehende Ligareform und ihre Auswirkungen diskutiert. In einer Sache waren sich alle anwesenden Spieler einig: Für die oberste Spielklasse wird die Reform sehr positiv betrachtet, die Liga wird auf jeden Fall attraktiver. Sorge hingegen besteht um die neue zweite Liga. Mario Sonnleitner: „Es wird wichtig sein, dass die zweite Liga für Spieler und Fans attraktiver bleibt als die Regionalligen. Durch das Erfüllen gewisser Auflagen wird das für die Zweitligaklubs kein einfaches Unterfangen.“

 

KOLLEKTIVVERTRAG

Die Vertreter der VdF nahmen auch wichtige Informationen der Spieler mit in die bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen mit der Bundesliga. Den wichtigsten Punkt nimmt sicherlich das Mindestgehalt ein. €1.500,- (Anm. 14x monatl. Brutto, inkl. Prämien) sind für die Spieler hier das absolute Minimum. Es wird befürchtet, dass ohne diese Erhöhung die Schere zwischen gut- und (sehr) schlecht bezahlten Spielern noch mehr auseinander klaffen wird.

 

Weitere wesentliche Verbesserungsvorschläge im Kollektivvertrag betreffen unter anderem die Ausrüstung und die Handhabung der Persönlichkeitsrechte. Die Abgrenzung des Spielers zwischen privater und öffentlicher Person bzw. Spieler des Vereins ist leider noch immer sehr fließend und führt dadurch öfters zu Konflikten zwischen Spielern und Vereinen. Längst überfällig ist auch die Schaffung eines speziellen Vorsorgesystems für Sportler. Daniel Schütz: „Es muss endlich berücksichtigt werden, dass eine durchschnittliche Fußballerkarriere wenn es gut läuft maximal zehn bis 15 Jahre dauert.“

 

FINANZIELLES

Der zweite Block wurde von Dr. Günter Kaufmann eröffnet, der in einem Kurzvortrag das Rücktrittsrecht bei Lebensversicherungen erläuterte. Ein OGH-Urteil eröffnet hier neue Möglichkeiten und Fußballer sind häufig davon betroffen.

 

Partner Four Real, vertreten durch Andreas Klugsberger, brachte dem Auditorium in einer interessanten Präsentation das Modell von Vorsorgewohnungen näher.

 

BOSMANN LÄSST GRÜSSEN

Für großen Gesprächsstoff sorgten die neuen Transferregelungen das ÖFB, die ab Sommer schlagend werden. Einerseits ist es sehr positiv, dass Amateure ab 28 Jahren nun endlich kostenlos frei sein werden, andererseits sorgte eine andere Neuregelung für große Empörung. Für Spieler bis 28, die in Zukunft aus der Bundesliga in den sogenannten Amateurbereich wechseln, wird eine Ausbildungsentschädigung fällig. Nähere Informationen dazu folgen noch im Karriere-Teil.

 

NEUE SPIELERVERTRETER, ALTER VORSTAND

Zum Abschluss wurde der Vorstand (Rudi Novotny, Gernot Zirngast, Gernot Baumgartner, Oliver Prudlo und Gregor Pötscher) von den Anwesenden einstimmig bestätigt. Aufgrund einiger Spielertransfers wurde ein neues Spielerpräsidium gewählt. Für die höchste Spielklasse wurden Christopher Dibon, Daniel Schütz und Thomas Reifeltshammer auserkoren. Die zweite Liga wird zukünftig von Andi Schicker, Emir Karic und Christopher Knett repräsentiert.

 

VdF-Vorsitzender Gernot Zirngast im Fazit: „Solche Sitzungen sind unsere Basis, ohne die Informationen der Spieler und ohne die Richtung von den Spielern vorgegeben zu bekommen, haben wir keine Berechtigung. Es war wiederum ein starkes Zeichen der Spieler und für uns eine große Motivation für zukünftige Aufgaben.“